Praktischer Reiseplaner
Hat Sie das Kanada-Fieber schon gepackt? Der praktische Reiseplaner hilft Ihnen bei der Vorbereitung Ihres Traumurlaubs. Hier finden Sie Listen von Spezialreisebüros, wichtige Informationen rund um Einreisebestimmungen, Geld & Kosten, Klima, Internetadressen und können bereits eine virtuelle Reise nach Kanada unternehmen.
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In der Onlineausgabe des beliebten Printmagazins "Kanada Reiseplaner" finden Sie alle interessanten Infos und Neuigkeiten, die auch im Reiseplaner abgebildet sind.
Unter der Rubrik "Reiseangebote" erwarten Sie tolle Reisen der Reiseveranstalter - vielleicht ist Ihre Kanada-Traumreise mit dabei!
Auch dürfen wir Sie einladen mit Ole Helmhausen auf Kanada-Entdeckungsreise zu gehen.
Ole veröffentlicht in seinem Blog "Ole in Kanada" seine Erlebnisse, welche er in Kanada macht.
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Ole in Kanada
Mit neun Fragen zur perfekten Kanada-Reise
Kanada für alle!
Grandiose Natur gibt es im Überfluss, dazu Weltstädte und endlos viel Weite. Kanada hat einfach alles - außer tropischen Stränden. Die Qual der Wahl: was anschauen, wenn man nur einen Urlaub lang Zeit hat? Und wie das alles anstellen, wenn das Budget nicht ins Unermessliche wachsen soll? Mit zehn Fragen zur perfekten Kanada-Reise: Wir geben die Antworten.
von Helge Sobik
Kanada steht bei mir auf der Reise-Wunschliste ganz oben. Aber ich bin eher Stadt-Typ, möchte ins Musical gehen, in tolle Restaurants, Szene-Viertel erleben. Jetzt habe ich gesehen, dass Flüge nach Toronto etwas billiger sind. Soll ich nach Toronto oder nach Vancouver?
Machen Sie beides, nehmen Sie einen Gabelflug nach Toronto und zurück aus Vancouver, buchen Sie die einfache Inlandsstrecke Toronto-Vancouver hinzu. Das ist die Mehrkosten wert: Toronto ist vibrierend, fast so hektisch wie New York, hat Weltstadt-Tempo, Szeneviertel voller karibischer, indischer, persischer, libanesischer, italienischer Restaurants, tolle Shopping-Möglichkeiten, Museen, Konzerte. Vancouver ist viel relaxter, pflegt einen ganz anderen „West Coast“-Stil zwischen Rockies und Pazifik. Die Stadt wird immer stärker asiatisch geprägt, hat sogar einen Straßen-Nachtmarkt in Chinatown, dazu eine Asia-Shopping Mall, viel Szene, ebenfalls viele tolle Restaurants, dazu eine gewaltige Bandbreite an Sportmöglichkeiten - und bietet nebenbei die Chance, mal eben mit einem Linien-Wasserflugzeug für einen Tagesausflug hinüber nach Victoria auf Vancouver Island zu jetten. Toronto und Vancouver in einer Reise - das macht das Kanada-Feeling komplett.
Ich spreche kein Französisch, möchte aber nach Montréal. Ein Problem?
Nein, nicht wirklich. Wenn Sie sich bemühen, wenigstens „Bonjour“ zu sagen, freuen sich die Québecois und erkennen das Bemühen an. Sie haben es nicht gern, mit Englisch überschüttet zu werden, weil sie latent so etwas wie die sprachliche Vereinnahmung ihrer Provinz und ihrer Kultur fürchten. Aber diese Vorbehalte gelten eher kanadischen Landsleuten aus dem Süden und Westen, nicht Ausländern. Umgekehrt: Wenn Sie es in Alberta mit Französisch versuchen, haben Sie es wahrscheinlich schwerer als in Québec mit Englisch.
Kanada mit seinen großen Distanzen ist ein Land für Autofahrer. Kann ich die Weite auch entdecken, wenn ich nicht Selbstfahrer sein mag?
Falls sie Sorge davor haben, in Kanada am Steuer zu sitzen: Die würden wir Ihnen gerne nehmen. Die Straßen sind breit und selbst in entlegenen Winkeln in gutem Zustand, die Ausschilderung ist tadellos, und die Kanadier sind entspannte, freundliche Autofahrer. In Deutschland hinterm Steuer zu sitzen ist schwieriger. Wenn Sie tatsächlich nicht selber fahren möchten, ist eine Transkanada-Zugreise ideal: Sie bekommen das perfekte Gefühl für die Dimension des Landes, sehen Vieles und haben dabei null Stress. Unser Tipp: die Reise beim Halt in Jasper unterbrechen und ein paar Tage in den Rocky Mountains bleiben - weil es zu sehr schmerzt, hier nach dreißig Minuten wieder aus dem Bahnhof zu rollen, ohne die Gegend mindestens auch mal zu Fuß erkundet zu haben. Weitere Möglichkeit: Viele Veranstalter bieten meist sieben- bis vierzehntägige geführte Busrundreisen sowohl in Ost- wie in Westkanada an.
Im Urlaub lege ich immer gerne auch für ein paar Tage einen Badestopp ein. Kanada hat keine Strände. Deshalb habe ich bisher nie eine Reise dorthin ernsthaft erwogen. Haben Sie „Trost“?
Ja! Denn Vancouver spricht von der eigenen Küste scherzhaft als „Kanadische Riviera“. Es gibt sogar viele Strände - neben dem Stadtstrand English Bay vor allem Wreck Beach etwas weiter außerhalb, wo sich in den Sommermonaten vor allem Studenten tummeln. Sonnenbad am Strand ist auch in Kanada kein Problem. Aber: Fürs Baden sind beide Ozeane den meisten zu kalt. Deshalb gibt es z.B. direkt an der English Bay in Vancouver ein beheiztes Freibad - mit Blick aufs Strand und Meer, die Skyline und die Berge im Hintergrund. Und natürlich gibt es überall im Land abertausende, meist schmale Strände an den Seen, die es im Sommer durchaus auf ganz angenehme Badetemperaturen bringen können. Das gilt sogar für manche Bucht der Großen Seen Ostkanadas.
Ich war schon ein halbes Dutzend mal in Kanada, kenne das Land ganz gut und möchte jetzt mal etwas Extremes machen und denke dabei an die Arktis. Wann fahre ich am besten? Und wohin? Und was kostet der Spaß?
Im äußersten Norden ist Kanada noch immer Abenteuerland. Es gibt kaum Hotels, nur sehr wenige Straßen, aber ganz gute Flugverbindungen mindestens ein-, zweimal pro Woche selbst in entlegene 100-Einwohner-Dörfer. Der Reihe nach: Im tiefsten Winter ist die Arktis mit Temperaturen um die minus 30, 40 Grad kaum etwas für Urlauber. Und vor allem ist es dort im tiefsten Winter dunkel. Ideal: Juli/August, wenn es mit kurz schneien, aber auch selbst weit nördlich des Polarkreises bis zu 30 Grad warm sein kann - plus! Einfallstor für die östliche Arktis ist Nunavuts Hauptstadt Iqaluit auf Great Baffin Island, die gut an Montréal angebunden ist. Für die westliche Arktis ist es Inuvik, das sowohl von Whitehorse/Yukon als auch von Yellowknife, der Hauptstadt der Northwest Territories, aus angeflogen wird. Von dort erschließen jeweils Kleinflugzeuge die Dörfer auch der weiteren Umgebung. Von Inuvik führt zudem der Dempster Highway auf fast 800 landschaftlich zum Teil spektakulär schönen Kilometern bis nach Dawson City/Yukon. Generell gilt: Verpflegung ist ungefähr doppelt so teuer wie im Süden. Und Linienflüge schlagen schnell mit ein paar hundert Euro zu Buche. Aber wenn Sie es sich irgendwie leisten können: Das Erlebnis ist es wert!
Ich möchte Kanada mit dem Auto, vielleicht mit einem Wohnmobil entdecken und habe drei Wochen Zeit dafür. Was empfehlen Sie mir?
Geben Sie sich Zeit, wirklich etwas vom Land zu sehen und rechts oder links abbiegen zu können, wann immer ein Schild oder ein Ausblick Sie neugierig macht. Nehmen Sie sich Zeit, auch mal zu wandern, in einem kristallklaren See zu baden, Tiere zu beobachten oder in einer Bar ganz entspannt mit Einheimischen zu scherzen. Deshalb: Fahren Sie nicht in drei Wochen von Küste zu Küste, sondern jetten Sie z.B. nach Calgary. Von dort fahren Sie auf den schönsten Gebirgsstraßen Kanadas über Banff nach Jasper, nehmen dann den Yellowhead Highway westwärts über Prince George und weiter entlang des Skeena River bis zur Pazifikstadt Prince Rupert. Kurz hinter Hazelton empfiehlt sich noch ein Zwei-Tages-Abstecher auf dem spektakulären Stewart-Cassiar-Highway. Von Prince Rupert aus können Sie die Fähre nach Vancouver Island oder bis nach Vancouver nehmen und dort, falls noch Zeit ist, das Hinterland entdecken.
Kanada mit Kindern - macht das Sinn?
Auf alle Fälle! Kinder können sozusagen am Original-Schauplatz Cowboy, Indianer und Trapper spielen, wiederaufgebaute Forts ebenso erkunden wie echte Indianerdörfer. Und sie können den Nachfahren der Ureinwohner die Hand schütteln, in Kulturzentren ihre Musik hören. Das beeindruckt und prägt zugleich ungemein. Natürlich sind Kinder von der gewaltigen Natur und ihren Möglichkeiten genauso beeindruckt wie Erwachsene - sei es beim Camping, sei es beim Hotelurlaub, bei Rundreisen oder auf Tagesausflügen von einer dauerhaften Basis aus.
Von Mitte Juni bis Anfang September, wenn das Wetter in Kanada wirklich schön is,t sind, die Flüge deutlich teurer als zu anderen Zeiten. Wie komme ich aus der Tarif-Falle heraus und habe es trotzdem hübsch?
Auch schönes Wetter ist relativ. Auf der Breite von Toronto, Montréal und Vancouver kann es mit etwas Glück bereits herrlich warme und sonnige April- und Mai-Tage geben wie bei uns, auch für einen „Goldenen Oktober“ gibt es alle Chancen. Tipp: z.B. bereits im Mai nach Vancouver oder Vancouver Island fahren. Die Region gilt als milde und besonders klimabegünstigt. Die Chancen stehen sehr gut, es dort bereits im Frühjahr hübsch zu haben. Sogar so extreme Gegenden wie Yukon und Neufundland sind in der ersten Juni-Hälfte oft bei schönstem Wetter zu bereisen - mit dickerer Jacke zwar, aber bei Sonne. Deshalb: Wenn Sie nicht auf die Schulferien angewiesen sind, dann beziehen Sie Mai/Juni und September/Oktober ruhig in ihre Kanada-Planungen ein. Nicht nur die Tickets sind dann günstiger - auch die Quartiere. Es ist überall Nebensaison.
Gibt es Möglichkeiten, anders als durch terminliche Flexibilität bei den Flugkosten zu sparen?
Ja. Durch Preisevergleichen und durch rechtzeitiges Buchen. Lange war Kanada fast ein Monopolmarkt für die beiden Star Alliance-Partner Lufthansa und Air Canada. Seit einigen Jahren sind immer mehr Nonstop-Verbindungen anderer Airlines hinzugekommen - vor allem von Condor, LTU/Air Berlin und der kanadischen Gesellschaft Air Transat. Besonders günstig sind die ersten und letzten Daten einer Flugkette - z.B. gleich zu Saison-Auftakt im Mai oder ganz zum Ende im September. Attraktiv sind auch die Preise vieler am Rande der wirtschaftlichen Verzweiflung fliegenden US-Airlines, die aus Deutschland günstige Umsteigetarife auf dem Umweg über die USA nach Kanada anbieten. Wer im Inland günstig unterwegs sein will: Billigflug-Rivale West Jet mit starken Basen in Calgary und Vancouver setzt Air Canada mit Sonderangeboten schwer zu. Attraktiv ist aber auch das Preisbild von Air Canadas Billigflug-Ableger Jazz.
© 2008 - Helge Sobik





